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  • Fr, 17.09.2010 | 19:30 Uhr: Dienst
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Die Studentinnen wünschen sich weibliche Verstärkung - Frauenanteil bei den Feuerwehren im Kreis liegt bei 4,3 Prozent

Als Kind hat Carola Fingerle einen Brand in ihrem Elternhaus miterlebt. „Es gab einen Kurzschluss in der Waschmaschine“, erinnert sich die heute 20-Jährige. Seit damals habe sie Angst vor Feuer gehabt. Um diese zu überwinden, ging sie mit 13 Jahren zur Jugendfeuerwehr. Seit ihrem 18. Lebensjahr verstärkt sie dort die aktive Mannschaft. „So habe ich meine Angst bewältigt.“ Obwohl sie mit Cosima Bauer (21) die einzige Frau bei der Köngener Wehr ist, spricht sie von einem „guten Teamgeist“. Anfangs hätten sich manche der älteren Kollegen schwer getan, sie als erste Frau in den aktiven Dienst aufzunehmen. Schon nach wenigen Wochen habe sie sich aber voll integriert gefühlt, erinnert sich die Studentin der Soziologie und Volkswirtschaft, die für die CDU im Gemeinderat sitzt.Für Technik hat sich Cosima Bauer, die an der Hochschule in Nürtingen Agrarwissenschaften studiert, immer interessiert. Deshalb ging sie mit 18 Jahren zur aktiven Feuerwehr. Nach der Grundausbildung, dem Funker- und dem Atemschutzlehrgang war sie bei etlichen Bränden dabei. „Man muss körperlich wirklich fit sein.“ Trotz des vollen Studienplans nimmt sie sich Zeit für Fitness und Ausdauersport.

 

Carola 
Fingerle und Cosima 
Bauer - Zwei Frauen bei der Feuerwehr

Mit Fahrzeugen und technischen Neuerungen machen sich Carola Fingerle (links) und

Cosima Bauer bei den regelmäßigen Übungseinheiten der Köngener Feuerwehr vertraut.

Foto: Rudel

 

Kraft und Ausdauer sind wichtig

Das ist auch Carola Fingerle wichtig. „Wenn man in einem brennenden Haus ist, muss man beweglich sein und die Kraft haben, sich notfalls den Weg zu bahnen.“ Das Vorurteil, dass Frauen die körperliche Belastung bei der Feuerwehr nicht schaffen könnten, weisen die jungen Frauen zurück. Wenn man die Tauglichkeitsuntersuchung bei einem Arzt geschafft habe, komme es auf die eigene Disziplin an. „Wir trainieren regelmäßig, wie die Männer auch.“

Nachdem sie ihren Atemschutzlehrgang absolviert hatten, wurden die beiden jungen Frauen bei der Feuerwehr überall eingesetzt. Alle 14 Tage machen sie sich mit ihren rund 50 aktiven Kollegen in Köngen in Theorie und Praxis fit. Einmal pro Jahr steht ein Atemschutzlehrgang auf dem Programm. Da werden die Feuerwehrleute auf der Atemschutzstrecke oder im Brandcontainer mit verschiedenen Situationen konfrontiert. Dazu gehören ein Gasleitungsbrand oder ein brennendes Auto ebenso wie kochendes Fett oder ein Großfeuer wegen eines technischen Defekts. Es dauere einige Zeit, bis man mit den Abläufen eines Löschangriffs vertraut sei, sagt Fingerle. Da müssten die Kommandostrukturen sitzen. Im Ernstfall müsse jeder wissen, was er oder sie zu tun hat.

Die beiden Feuerwehrfrauen wünschen sich, dass sie bald auch in Köngen nicht mehr alleine sind. „Es gibt keinen Grund, weshalb Frauen nicht bei der Feuerwehr arbeiten sollten“, sagt Cosima Bauer. Durch die hervorragende Ausbildung, die sie bei der Feuerwehr bekommen habe, sei ihr auch der Umgang mit den technischen Geräten leicht gefallen. Sie und ihre Kollegin möchten anderen Frauen Mut machen, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. „Ich verstehe nicht, weshalb das immer noch eine Männerdomäne ist“, sagt Carola Fingerle.

Hilfe von Seelsorgern

Dass man bei der Feuerwehr immer wieder mit schweren Situationen konfrontiert werde, gehört für die beiden dazu. Da erinnern sie an einen Großbrand, bei dem es zwei Tote gab. „Man muss damit fertig werden“, sagt Fingerle. Notfallseelsorger und die erfahrenen Kollegen stünden den Aktiven zur Seite. Jeder bekomme die Hilfe, die er nach einem solchen Einsatz braucht.

Mit den Feuerwehrkollegen, die in Köngen zwischen 18 und 65 Jahre alt sind, unternehmen die beiden Frauen in der Freizeit viel. Zurzeit trifft sich ein harter Kern, um die WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft anzuschauen. „Gemeinsam zittern ist schöner“, finden die zwei. Mit Ausflügen, Partys und privaten Treffen werde der Teamgeist gestärkt. Fingerle: „Im Einsatz hilft es, wenn wir harmonieren.“

Frauen bei der Feuerwehr

Im Kreis Esslingen tun 3556 aktive Feuerwehrleute Dienst, 154 von ihnen sind Frauen. Das entspricht einem Anteil von 4,3 Prozent. „Wir wollen mehr Frauen für die Mitarbeit gewinnen“, sagt Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich. Dass der Trend nach oben geht, sehe man an den Jugendfeuerwehren. Da sind von 1026 Mitgliedern 171 Mädchen, das entspricht 16,7 Prozent. In Lichtenwald dominiert der weibliche Nachwuchs mit 63 Prozent. Dittrich hat mit Frauen nur gute Erfahrungen gemacht. Dem Kreisfeuerwehrverband sei es ein Anliegen, sie zum Mitmachen zu bewegen. Immer noch gebe es das Vorurteil, dass die Arbeit bei der Feuerwehr für sie zu schwer sei. „Das trifft nicht zu“, sagt Dittrich mit Blick auf die erfolgreichen Feuerwehrfrauen im Kreis.

 

Quelle:  Elisabeth Maier (EZ-Online)

 
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Die Köngener Wehr ist gut aufgestellt

Im vergangenen Jahr musste die Köngener Feuerwehr mit 29 Einsätzen so selten ausrücken wie seit 20 Jahren nicht mehr

Mit durchschnittlich 28 Jahren ist die Köngener Feuerwehr altersgemäß gut aufgestellt. Lob gab es vom Kreisbrandmeister auch für die vorausgegangene Berichterstattung aus den verschiedenen Abteilungen, die eine schlagkräftige Wehr vermittelte.

VON GABY KIEDAISCH

KÖNGEN. Bei 50 aktiven Feuerwehrleuten in der Einsatzabteilung, 14 in der Altersabteilung und 18 bei der Jugendfeuerwehr, ergibt sich aktuell ein Altersdurchschnitt von 28 Jahren in der Wehr, wie Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich zufrieden bei der Hauptversammlung am Freitagabend feststellen konnte.


Lediglich beim Frauenanteil von 3,8 Prozent meldete er Bedenken an. Der dürfe ruhig höher werden. Vielleicht schafft da ja schon bald das neue Feuerwehrgesetz Abhilfe, wenn man künftig mit 17 Jahren anstatt mit 18 Jahren in die Einsatzabteilungen wechseln darf. Bis wann der digitale Funk den analogen ablöst, sei zwar immer noch unklar, aber zumindest werde in diesem Jahr die Leitstelle umgerüstet. Dittrich rechnet mit einem Übergangszeitraum von drei Jahren. Zum Schluss wünschte Bernhard Dittrich der Köngener Feuerwehr wieder ein unfallfreies Jahr wie in 2009.
Dem vorausgegangen war eine zügige Sitzung, denn mit 29 Einsätzen im vergangenen Jahr, davon elf Brände, lag die Einsatzquote so niedrig wie seit „mindestens 20 Jahren nicht mehr", stellte Feuerwehrkommandant Herbert Wanke zufrieden fest. Vergleicht man die Jahre zuvor, dann wurde die Köngener Feuerwehr allein in 2008 zu 73 Einsätzen gerufen und ein Jahr vorher zu 47. Als die Monate mit den meisten Einsätzen stellten sich der August und der September heraus, obwohl da Urlaubszeit sei – oder gerade deshalb? Insgesamt war die Wehr 433 Stunden im Einsatz, noch nicht eingerechnet sind da die 1709 Stunden für Übungen und Ausbildung.
Besonders tragisch entpuppte sich im letzten Jahr ein Verkehrsunfall mit einem Toten auf der B 313, der an einem Herzinfarkt starb. Aber auch der Amoklauf im März im Wendlinger Wert versetzte die Köngener Wehr in Alarmbereitschaft. Hoher Sachschaden verursachte ein Ofenbrand in einer Firma, bei dem sogar die Drehleiter aus Nürtingen eingesetzt werden musste. Verglichen dazu stellt sich die jährliche Brandwache beim Abenteuerspielplatz als das reinste Vergnügen dar.
Unverhofft, kommt – selten: wohl einmalig in der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte scheint das Schicksal eines Feuerwehrfahrzeugs, das kurz nach der Wiedervereinigung, von der Köngener Wehr ins befreundete Taucha nach Sachsen gegeben wurde, um dort die noch schlecht ausgerüstete Freiwillige Feuerwehr zu unterstützen. Bis 2002 tat das ehemalige Köngener Löschfahrzeug (LF 8) dort zuverlässig seinen Dienst, danach erfreute sich die Jugendfeuerwehr an dem heute gut und gerne 45 Jahre alten Vehikel. Noch in diesem Frühjahr kommt der Oldtimer wieder nach Hause zur Köngener Wehr, wo er für Feste weiter genutzt werden soll, konnte den überraschten Kameraden Herbert Wanke freudig mitteilen.
Fast wie neu ist nun wieder das Feuerwehrmagazin und das Feuerwehrhaus. Dank des Konjunkturpakets erhielt es eine Gebäudedämmung mit neuen Fenstern und einem neuen Anstrich.

Weiblicher Nachwuchs macht sich noch rar

Durchschnittlich 13,5 Jahre jung ist die Jugendfeuerwehr, seit 2009 allerdings erstmals wieder ohne weiblichen Nachwuchs. Dabei stehen Freizeitaktivitäten in dieser Abteilung hoch im Kurs, zusätzlich wurden 2009 insgesamt 22 Übungsdienste geleistet, eine gemeinsame Übung mit den Jugendfeuerwehren von Oberboihingen und Reudern sowie die Teilnahme am Jugendrettungstag, wusste für den verhinderten Jugendleiter Benjamin Luik sein Stellvertreter Philip Hilss zu berichten.
Etwas gemütlicher lässt es die Altersabteilung angehen. Von ihren monatlichen Treffen und ihrem jährlichen Ausflug, berichtete Abteilungsleiter Hans Zimmermann.
Während die aktive Wehr 2009 Gott sei Dank nur wenige Einsätze zu verzeichnen hatte, hatten die First Responder so viel wie noch nie zu tun. Oliver Röcker zählte 260 Einsätze, insgesamt 1103 Einsätze seit der Geburtsstunde der Ersthelfer im Jahr 2004. Auffallend sei, so Röcker, dass mit Beginn der Freiluftsaison auch die Einsätze nach oben gingen, genauso in der Weihnachtszeit. Da gebe es bis zu elf Einsätze pro Woche. Die meisten Einsätze seien mit 58 Prozent Herz-Kreislauf-Krankheiten, gefolgt von Unfällen mit 21 Prozent, die chirurgisch behandelt werden mussten.
Auf den neuesten Stand brachte die Versammlung Kassier Thomas Kuttler mit seinem ausführlichen Kassenbericht. Jochen Saur und Timo Würth bestätigten als Kassenprüfer, dass sie sich von der rechtmäßigen Kassenführung überzeugt hatten. Einstimmig folgte die Entlastung.
Fehlen noch die Neuaufnahmen in die Wehr: Mit Thomas Schnaidt aus Tübingen und Patrik Gölz aus Dettingen erhielt die Köngener Wehr Verstärkung.
Und nach erfolgreich absolvierten Lehrgängen wurden folgende Floriansjünger zum/r Oberfeuerwehrmann/-frau befördert: Cosima Bauer, Carola Fingerle, Hannes Flaig, Alexander Holz, Andreas List, René Mangold, Dominik Piechotta, Thomas Roosz, Stefan Ulrich. Zum Löschmeister befördert wurde Tobias Schumacher, zum Oberlöschmeister Marc Englisch und zum Brandmeister Nicolas Mettenleiter.
Nachträglich für 50 Jahre ist Kurt Fallscheer gewürdigt worden. Er gehört zu jenen ehemaligen Aktiven, die am längsten der Köngener Wehr treu gedient haben. Kommandant Herbert Wanke und Bürgermeister Hans Weil bedankten sich bei dem Jubilar sehr herzlich mit Urkunde und Geschenken.
Anerkennung und Lob zollte Bürgermeister Weil anschließend allen Floriansjüngern der Wehr, die sich durch stete Weiterbildung mit Lehrgängen und Übungen in den Dienst der Köngener Bevölkerung stellen. Das gleiche galt für die First Responder.
Nach der Sanierung des Magazins sei die Köngener Feuerwehr für die nächsten Jahre gut aufgestellt, resümierte der Bürgermeister, gerade rechtzeitig, da die Gemeinde in Zukunft immer häufiger den Rotstift ansetzen werden müsse – die düsteren Finanzprognosen zwängen zum kommunalen Sparen.


 

Kommandant Herbert Wanke, Bürgermeister Hans Weil und Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich würdigten Jubilare, Beförderte und Neuaufgenommene. gki

Kommandant Herbert Wanke, Bürgermeister Hans Weil und Kreisbrandmeister
Bernhard Dittrich würdigten Jubilare, Beförderte und Neuaufgenommene. gki
 
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BaWü: Jahresstatistik 2008 der Feuerwehren

Die Feuerwehren sind attraktiv. Die Menschen in Baden-Württemberg können sich auf ihre Feuerwehr verlassen und erkennen sie als moderne, gut ausgebildete und motivierte Organisation und Bürgerinitiative im ursprünglichen Sinn. Das sagte Innenminister Heribert Rech am Donnerstag, 2. Juli 2009, in Stuttgart bei der Vorstellung der Feuerwehrstatistik für 2008.
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EINHEITLICHE NOTRUFNUMMER 112 IM LANDKREIS ESSLINGEN

Die "112" ist jetzt europaweit die einheitliche Nummer für alle Notfälle, mit der die Feuerwehr, der Notarzt oder der Krankenwagen gerufen werden.

Mit Inbetriebnahme der gemeinsamen Leitstelle des Landkreises im Juni 2008 sind auch bei uns die technischen Voraussetzungen für den einheitlichen Notruf 112 geschaffen worden.

Die Notrufe laufen bei der Feuerwehr auf und werden gegebenenfalls an den Rettungsdienst weitergeleitet. Die bisherige Notrufnummer 19222 (beim Handy muss die örtliche Vorwahl mit gewählt werden) des Deutschen Roten Kreuzes ist zwar weiterhin nutzbar, jedoch nur als Servicenummer zur Disposition von Krankentransporten.

Die Polizei ist weiterhin unter 110 zu erreichen.

 
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