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  • Fr, 15.06.2012 | 19:30 Uhr: Dienst
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Mehr Einsätze für Köngener Wehr in 2008

 

KÖNGEN. Mit einer Gesamtstärke von 83 Feuerwehrangehörigen geht die Köngener Wehr wohl gerüstet ins neue Jahr. 48 gehören davon der aktiven Wehr an, 20 der Jugendfeuerwehr und 15 der Altersabteilung. 73-mal musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. Das waren 26 Einsätze mehr als im Jahr zuvor, konnte Kommandant Herbert Wanke bei der Hauptversammlung am Freitagabend im Feuerwehrhaus berichten.

 

 
Davon waren 16 Brände, zwei Gefahrguteinsätze und 55 Hilfseinsätze. Die Hauptalarmierungszeit mit 60 Einsätzen war zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr. Mit durchschnittlich 67,91 Stunden war jeder Floriansjünger im Jahr 2008 für die Allgemeinheit tätig – wenn man das Aufkommen der Einsätze und die der Übungsstunden von insgesamt 2279,45 Stunden zusammennimmt. Den schwersten Brandeinsatz hatten die Feuerwehrleute Ende Juni, bei dem eine Frau ums Leben kam. Durch aufmerksame Passanten und das frühe Eingreifen der Wehr im Juli und Dezember konnte Schlimmeres verhindert werden.

 

Herbert Wanke berichtete auch von den Unwettereinsätzen Ende Mai des vergangenen Jahres. Große Mengen an Wassermassen in kurzer Zeit ließen die Kanalisationen überlaufen. In der Nürtinger Straße traf es sämtliche Firmen, deren Keller unter Wasser standen. Die Feuerwehr hatte gleichzeitig an vielen Stellen zu tun, wie mit riesigen Schlammmassen auf den Straßen und auf der Tartanbahn im Stadion, außerdem stand das Rathaus unter Wasser. Allein am Sonntagabend wurde die Köngener Wehr zu 34 Regeneinsätzen beordert.

 

Neuanschaffungen für die Fahrzeughalle

 

Investiert wurde im vergangenen Jahr wieder in die Ausstattung der Feuerwehr: So konnten neben einer Industriewaschmaschine für Einsatzkleidung, die übrigens auch von den anderen Wehren in Unterensingen, Wernau, Deizisau und der Werksfeuerwehr von Bosch Junkers in Anspruch genommen wird, neue Hallentore in der Fahrzeughalle eingebaut werden. Gleichzeitig wurden neue Einsatzspinde für die Mannschaft angeschafft und zwei neue Heizgebläse in der Fahrzeughalle montiert. Um Geld zu sparen, wurden die alten Tore und Gebläse in Eigenleistung ausgebaut. Auch ein neuer Hilfeleistungssatz, drei neue Wassersauger und zwei Schmutzwasserpumpen konnten in Betrieb genommen werden.

 

Nach dem Dank an die Kameraden und die Gemeinde Köngen setzte Philipp Hilss für den entschuldigten Jugendleiter Benjamin Luik seinen Bericht von der Jugendfeuerwehr fort. Mit inzwischen zwei weiblichen Feuerwehrmitgliedern umfasst die Jugendfeuerwehr derzeit 20 Mitglieder. Ein Highlight im vergangenen Jahr sei die CarWashParty an einer Köngener Tankstelle gewesen, wo die Jugendfeuerwehr Geld für ihre neue Uniform einnehmen konnte.

 

Für die Altersabteilung machte Hans Zimmermann einen Rückblick ins abgelaufene Jahr. Sie besteht aus 15 Mann. Und für die First Responder sprach Oliver Röcker. Der stellvertretende Leiter konnte auf insgesamt 844 Einsätze der Ersthelfer vor Ort seit ihrer Gründung im Jahr 2004 verweisen. Allein 208 Einsätze gab es für die First Responder im vergangenen Jahr: „Absoluter Rekord“, sagte Röcker, der bis zum fünfjährigen Bestehen der Gruppe im Frühjahr die 1000-Einsatz-Marke geknackt sieht.

 

Als die Monate mit den meisten Einsätzen nannte er Mai bis Juli und Oktober bis Dezember. Bei den meisten Einsätzen, nämlich 157 an der Zahl, ging es um Herz- und Schlaganfälle, 36-mal mussten die First Responder Patienten mit Stürzen und Knochenbrüchen helfen, lediglich achtmal waren Verkehrsunfälle die Ursache.

 

Wenngleich 18 Ersthelfer eine „gute Basis“ für das Köngener Rettungssystem sind, laufen die First Responder Gefahr, durch Beruf, Studium und Ausbildung der meist jüngeren Helfer dezimiert zu werden. Nachwuchs ist deshalb gerne gesehen.

 

Der anschließende Bericht des Kassiers Thomas Kuttler ließ keine Fragen offen und so konnten die Kassenprüfer Jochen Saur und Timo Würth („ordentlich, transparent geführt“) um die Entlastung der Kassiere bitten, der die Versammlung auch gerne nachkam.

 

Grußworte sprach anschließend Bürgermeister Hans Weil, der nach eigenem Bekunden zum 27. Mal bei der Hauptversammlung dabei sei und seinen Dank an die Wehr zur Überraschung der Zuhörenden in Gedichtform überbrachte.

 

Jürgen Burkhardt vertrat an diesem Abend den Kreisbrandmeister, der zur gleichen Zeit bei der Feuerwehr-Hauptversammlung in Wendlingen weilte. Der stellvertretende Kreisbrandmeister und Stadtbrandmeister der Gesamtfeuerwehr von Nürtingen überbrachte die besten Glückwünsche für die Köngener Feuerwehr. Im Mittelpunkt seiner Rede standen die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung, das Feuerwehrgesetz und die Feuerwehrsteuer, die 2009 eine Veränderung erfahren werden.

 

Beförderte und Geehrte vor den neuen Mannschaftsspinden: In die Aktive Abteilung der Köngener Wehr neu aufgenommen wurde Marc Englisch, der vor seinem Umzug nach Köngen bei der Wendlinger Wehr war. Einige Beförderungen gab es an diesem Abend auch: nach erfolgreich abgeschlossenen Lehrgängen wurde als Feuerwehrmann aufgenommen: Julian Fallscheer, als Oberfeuerwehrmann: Andreas Weeger, Lukas Groll, Florian und Fabian Rieker, zum Löschmeister: Claus Deutsch und Philipp Hilss, zum Oberbrandmeister: Volker Koch. 50 Jahre mit dabei, treu und einsatzfreudig, sind Robert und Helmut Aldinger und 51 Jahre Albert Betz. Sie erhielten neben einer Urkunde außerdem Weinpräsente für ihre Leistung und Jürgen Albrecht konnte für seinen Einsatz eine Urlaubsreise in Empfang nehmen. (vl) Dietmar Albrecht, stellvertretender Feuerwehrkommandant, der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Burkhardt, Kommandant Herbert Wanke und Bürgermeister Weil (rechts) gratulierten.

 

 

 

 

 

Quelle: Bericht von Gaby Kiedaisch Wendlinger Zeitung vom 27.01.09