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Geschichte

Allgemeine Feuerwehr bis 1863

Schon vor der Württembergischen Feuerlöschordnung von 1808 bestand - wie wohl in den meisten Orten - auch in Köngen bereits eine allgemeine Feuerwehr, die die ganze männliche Einwohnerschaft umfasste. Wichtigstes Feuerwehrgerät war damals der Feuereimer. Eine Feuerwehrspritze gehörte in der damaligen Zeit offensichtlich zu den Geräten, die sich nicht jede Gemeinde leisten konnte. Deshalb waren die Gemeinden Köngen und Wendlingen übereingekommen, gemeinschaftlich eine "Feuerspritz" anzuschaffen. Für die Wartung und Verwahrung des Geräts bekam Mathäus Zaiszer, Schmied, jährlich 50 Kreuzer ausbezahlt, die zur Hälfte von Wendlingen und zur anderen Hälfte von Köngen berafft wurden.

 

Organisation und Führung dieser allgemeinen Feuerwehr um 1800 müssen doch aber recht lose und daher im Ernstfall wenig verlässlich gewesen sein. Aus diesem Grund wurde vom Gemeinderat der Beschluss gefasst den ersten 4 Bauern, welche ihre Pferde vor die Feuerspritz spannen eine Belohnung zu bezahlen. Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses vom 16. Januar 1783 mussten in Köngen 5 Feuer-Reiter in Dienst gestellt werden, welche auch zu bezahlen waren.Tatkräftiger und aufopferungsvoller Einsatz bei Feuersgefahr war vor 150 Jahren, in einer Zeit also, in der Dörfer vorwiegend aus eng aneinander gebauten Holzhäusern bestanden, oft lebenswichtig für das gesamte Gemeindewesen.
Um die Bevölkerung ständig an ihre Pflichten bei Bränden zu erinnern, mussten die jeweils gültigen Vorschriften in regelmäßigen Abständen "der Bürgerschaft publiziert" werden. In Köngen wurde eine solche Lokalfeuerordnung 1840 beraten, ergänzt und vom Gemeinderat beschlossen.

Etwa um die gleiche Zeit genügte offenbar die bisher von Köngen und Wendlingen gemeinschaftlich genutzte Feuerspritze den Anforderungen nicht mehr. Nach hartnäckigen Verhandlungen der beiden Gemeinden ging das alte Modell gegen eine Ablösung von 323 Gulden an Wendlingen über, während sich die Köngener Gemeinde ein neues, modernes Gerät anschaffen wollte. Sie musste dabei nicht in die Ferne schweifen, denn im Ort lebte damals der findige Bürger und Glockengießer Jacob Benz, der sich erbot, für 600 Gulden eine neue Feuerspritze zu entwerfen und zu bauen. Und tatsächlich, im Februar 1842 lieferte Benz seine Eigenkonstruktion ab, welche trotz zahlreicher Einwände des Gemeinderats von einer königlichen Gutachterkomission, mit ausdrücklichem Lob an Benz, als voll einsatzfähig erklärt wurde.

Freiwillige Feuerwehr Köngen

Die steigende Bevölkerungszahl dürfte es mit sich gebracht haben, dass die allgemeine Feuerwehr , zu der jedermann verpflichtet war, immer schwieriger zu organisieren und daher auch nicht immer verlässlich war. Einige verantwortungsbewusste Männer unseres Ortes erkannten die Ursache dieser Entwicklung und versuchten, den Notstand durch eine neue Feuerwehrorganisation zu beseitigen. So erließen im Dezember 1862 - nach einem Bericht des "Eßlinger Tagblatts" von 1913 - "sieben wackere Männer, unter ihnen der Gutsbesitzer Weishaar, Schulmeister Ströle und Kaufmann Banzhaf, einen Aufruf zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr" an den Gemeinderat. Dieser anerkannte diese Männer als konstituierenden Ausschuss und erklärte sich bereit, die Kosten für die benötigten Gerätschaften zu übernehmen. Einem anschließenden Aufruf an die Bevölkerung, sich der freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen, folgten 40 einsatzbereite Bürger. Schon am 2. Mai 1863 vermerkte das Gemeinderatsprotokoll, "dass die entworfenen Statuten zur Einführung der Feuerwehr vorgelegt wurden, [...] und hierauf auf demselben Grund eine Feuerwehr in hiesiger Gemeinde zu errichten." Bereits am 5. 11. 1863 bestätigte das königliche Oberamt den Gutsbesitzer Weishaar als ersten Kommandanten und den Kaufmann Banzhaf als dessen Stellvertreter. Damit stand der offiziellen Vereidigung des Kommandanten und seines Stellvertreters am 20. 11. 1863 nichts mehr im Wege. Dieses Datum kann daher als Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Köngen angesehen werden.
Mit welchem Schwung die Gemeinde ihre neue Wehr unterstützte, geht aus den verhältnismäßig hohen Ausgaben hervor, die in den Jahren nach der Gründung dafür aufgebracht wurden, neues, modernes Gerät anzuschaffen.

In den nächsten Jahren werden die Nachrichten über unsere Feuerwehr wieder recht spärlich. Man darf wohl daraus schließen, dass der anfängliche Schwung und die Begeisterung verebbten, dass die Initiative der Gründer sich nicht auf ihre Nachfolger übertrug. Zur Entlastung der Köngener sei aber gesagt, dass es auch in anderen Gemeinden ähnliche Verhältnisse gegeben hat.

Gemischte Feuerwehr 1887-1910

Dieser am Beispiel Köngens gezeigte Rückgang des Feuerlöschwesens hat wohl auch der damaligen Landesregierung Sorge bereitet. Durch die Landesfeuerlöschordnung von 1885 erteilte sie jeder Gemeinde durch klare und genaue Anweisungen die Auflage, für eine straff organisierte und funktionsfähige Feuerwehr zu sorgen. Am 22. 10. 1887 wurde für Köngen eine solche Lokalfeuerlöschordnung beschlossen. Somit wurde die Feuerwehr wieder völlig umorganisiert. Sie bestand jetzt aus 7 Zügen, wobei jeder Zug seine eigenen Aufgaben hatte, und ungefähr 240 Mann die sich zum Teil aus der freiwilligen Feuerwehr und einer Pflichtfeuerwehr zusammensetzten.

Freiwillige Feuerwehr ab 1910

Im Jahre 1910 erfolgte eine neuerliche Umorganisation in eine Freiwillige Feuerwehr. Sie wurde jetzt "militärisch organisiert" und musste von nun an auch Regelmäßige Übungen durchführen um mit den Gerätschaften vertraut zu bleiben. Die Satzungen und die neue Lokalfeuerlöschordnung lassen erkennen, dass man nun ganz besonders auf eine straffe und durchdachte Organisation der neuen Wehr großes Gewicht legte. Am 13. Juli 1913 beging die Freiwillige Feuerwehr ihr 50jähriges Jubiläum.

In den weiteren Jahren werden die Stimmen wieder etwas leiser, bis zum Jahr 1934. Im Januar 1934 wurde die Köngener Feuerwehr als erste Wehr des Kreises Esslingen mit einer Klein-Motorspritze der Firma Magirus ausgestattet. Dieses Gerät erlaubte es, die Mannschaftsstärke zum ersten Mal wesentlich herabzusetzen, und zwar von 138 auf 100 Mann. Diese Tendenz zur Verringerung, hervorgerufen durch die ständige Verbesserung der Ausstattung mit modernen Geräten, hielt auch weiterhin an. Im Jahre 1938 betrug sie 59, drei Jahre später hatte die aktive Mannschaft nur noch 22 Mitglieder. Auch ein gebrauchter Mercedes-Kraftwagen, der zu einem Mannschaftsfahrzeug umgebaut wurde erhöhte die Einsatzbereitschaft der Wehr.
In den Jahren des 2. Weltkrieges waren auch in Köngen viele der aktiven Feuerwehrleute eingezogen, so dass eine Reservemannschaft die sich immer mehr häufenden Aufgaben bewältigen musste. Dass die Feuerwehr, obwohl zahlenmäßig geschwächt und durch Nebenaufgaben überlastet, trotzdem einsatzfähig blieb, beweisen die Berichte von Alarmübungen, bei denen die Köngener oft als beste abschnitten, weil sie am schnellsten zur Stelle waren.

Der Wiederaufbau der Feuerwehr nach dem 2. Weltkrieg bereitete zunächst große Schwierigkeiten. der Handballabteilung des Sportvereines, die 1946 etwa 80% der Feuerwehrleute stellte, ist es zu verdanken, dass die Köngener Wehr bald wieder voll aktionsfähig war. Eine Anerkennung der Arbeit unserer Mannschaft darf darin erblickt werden, dass das Kreisfeuerwehrfest 1955 in Köngen stattfand.
Und als Krönung aller Bemühungen des Gemeinderates um eine schlagkräftige Löschmannschaft ist das inzwischen nicht mehr ganz neue Feuerwehrmagazin anzusehen, das im Jahr 1965 zum 100jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr an die Mannschaft übergeben wurde. Es bestand damals aus 5 Boxen und wurde im Jahr 1988 anlässlich des 125jährigen Jubiläums um weitere 4 Boxen erweitert.